Die besten Musiken je nach Aspekt

Auch Film-Soundtracks lassen das Kino im Ohr lebendig werden.
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Die besten Musiken je nach Aspekt

Beitrag von Dschungeldrache » Fr 17.08.2018, 21:33

An die Lautsprecher, fertig, los !

Um nach langer Zeit mal wieder etwas Schwung in das Thema Musik zu bringen, starte ich heute einen ganz subjektiven Wettbewerb der "Besten". Schreibt uns, welche Musiken aus Film und Fernsehen ihr unter welchem Aspekt für die Besten haltet.

Also ungefähr so:


- Bester Text in "Buona sera Mrs. Campbell". Eine zauberhafte Komödie aus der Zeit, als Hollywood sich am Lokalkollorit des "alten" Europa oder des gar so fernen Ostens berauschte - Und dabei im Titellied verblüfft feststellte: "It's not I love you, but it sounds that way".

Welch wunderbare Textzeile.


- Verträumtester Godzilla Moment in "Frankensteins Monster im Kampf gegen Ghidorah". Wer könnte Träumerei besser darbieten, als Traumgestalten... so wie Mothras feenhafte Mini-Pristerinnen, wenn sie singen "Let's try to be happy" (Laut CD Bezeichnung).

Ob sie wirklich "happy" wurden ? Der geneigte Fan japanischer Gummibalgereien sicherlich !


- Bestes Kampfthema in "Im Geheimdienst Ihrer Majestät". Man liebt ihn oder man hasst ihn, den Bond der heiratet. Daß einem Bond's Prügelei an einem portugiesischen Strand auch dank der exzellenten Musik unter die Haut geht, ist aber unbestritten.

Früher Synthysizer und meckernde Trompeten - Akupunkturstiche für's Trommelfell.


- Bester Orchsterkollaps in "Brust oder Keule". Lange schon vor Acrylamid und Arsenkonkurrent Zucker wusste Louis de Funes: Essen ist mörderisch. Und wer nicht gleich die Gabel streckt, kriegt an seinem Holzbläser den Herzinfarkt, wenn Komponist Vladimir Cosma das Spiel im Takt eines Maschinengewehres verlangt.

Also doch besser das Brathähnchen aus Erdöl ?


- Bestes Theremin Stück in "Der Tag, an dem die Erde still stand". Lange vor Krieg der Synphonieorchester, Computerpiepsereien und Körperverletzung durch Heavy Metal... präsentierte Bernard Herrman's Theremin den Weltraum genauso geheimnisvoll, exotisch und mystisch, wie das Kind in uns sich das vorstellt.

Sogar Klatuu meinte "barada nikto".


Und welches sind eure "Besten" ?

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Re: Die besten Musiken je nach Aspekt

Beitrag von Dschungeldrache » So 02.09.2018, 20:50

Nur nicht so schüchtern... Es gibt noch so viele musikalische Aspekte, die man abdecken kann. Drum heute noch ein paar weitere Anregungen zu guter Musik:


- Schönste musikalische Verstörung in "Planet der Vampire". Schräg, unberechenbar und gefährlich kommt diese Titelmusik herbei, genauso wie die lebendig Untoten, die körperübernehmenden Körperlosen... Und nicht minder schräg als die begleitenden Fetischkostüme in beklemmend leeren Riesenräumen.

So richtig was für eine nekrophile Satanszeremonie, in der Regisseur Mario Bava von den Toten aufersteht. Uahahaha....


- Beeindruckendstes Godzilla Stück in "Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn". Der extrem seriöse Titel dieses aufrüttelnden Sozialdramas lässt kaum vermuten: Hier verbirgt sich mit dem raffiniert lautmalerischen Kamakilas Marsch eine beeindruckende Perle von Weltrang. Förmlich spürt man die Insekten, wie sie zirpend über unsere Schulter krabbeln... Brrrrrr !

Deshalb passen wir ab jetzt gut auf in Godzilla's Schule, wie man perfekte Rauchringe macht.


- Bester Komponist, John Barry. Ja... andere sind auch gut, manche Stücke sogar besser, manches Genre uns noch lieber. Doch vom professionellen Können her gesehen - Wer sonst hat über Jahrzehnte ein Thema, James Bond, ständig wiederholt... ohne sich dabei zu wiederholen ? Allen Bondmusiken ist gleich, daß sie als solche zu erkennen sind. Und trotzdem sind sie nicht gleich, weil jeder Film seine eigene, unverwechselbare Sprache hat.

Die Quadratur des Kreises ? So ungefähr muß sie wohl klingen.


- Schrulligster Evergreen in Miss Marple. Na... erklingen in eurem Kopfkino auch gerade diese lustig vibrierenden Streicher, das verspielte Spinnet (?) und das schmissige Schlagzeug, das in jeder zerknautschten, liebenswerten Schrulle aus England das Tanzbein weckt - bis hin zum gespielten Herzanfall, dem der Mörder zum Schluß auf den Leim geht ?

Dann wisst ihr jetzt, warum die klassischen Miss Marple Filme auch musikalisch ein Evergreen sind.


- Das coolste Stück Deutschland in "Raumpatrouille". Ja, liebe Leut', man glaubt es kaum, aber Deutsche können tatsächlich cool. Nicht nur betroffen, sozialkritisch, verbiestert, uninspiriert und dröge bis zur Friedhofsreife... sondern richtig, richtig cool. So wie Komponist Peter Thomas, der ob der unbeantworteten Frage durch die Produzenten, wie eigentlich der Weltraum klingt, seine freie Hand so lange talentiert über's Notenpapier jagte, bis Weltraumfahrt per Alpha Order nur noch ein cooler Bossa Supernova zwischen gelenkten Schnellläufern und Lichtstürmen war.

Darauf einen Cognac im Starlight Casino !


- Schönste Musik gewordene Autoreise in "Villa mit 100 PS". Mit gemütlich wummernden 100 PS gleiten wir dahin wie es uns gefällt, ein Bettchen im Wohnwagen, ein sanftes Lüftchen im Nacken, und summen gaaaaanz locker "breezing along with a breeze...". Wir müssen ja kein Beziehungschaos dabei anrichten wie Lucille Ball und Desi Arnaz, oder 13 Meter Wohnwagen hoffnungslos im Wald verkeilen...

Und wenn doch... wir summen gaaaaanz locker "breezing along with a breeze..." und schon geht's besser.

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Re: Die besten Musiken je nach Aspekt

Beitrag von Leitbild » Do 06.09.2018, 15:39

Ihr wollt's schräg? Dissonant? Verquer? Ich sag nur einen Namen - RIICHIRO MANABE! :twisted:
Bombs versus bombs, missiles versus missiles, and now a new superweapon to throw upon us all! As a scientist - no, as a human being - I can't allow that to happen! Am I right? - Daisuke Serizawa
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Re: Die besten Musiken je nach Aspekt

Beitrag von Dr.Prankenstein » Mo 03.06.2019, 08:41

Meiner Meinung nach war John Barry mit seinen Soundtracks für die 007-Kinoabenteuer eine Revolution in Sachen Filmmusik. In den Filmen wiederkehrende Scores und man wusste sofort, wann es zur Sache geht. David Arnold konnte in den 1990ern so in etwa das Erbe des großen Meisters antreten, allerdings fehlten doch etwas persönliche Nuancen bei den verschiedenen Filmen. So hören sich die Soundtracks der Brosnan-Bonds ziemlich alle gleich an.

In Richtung Television hat definitiv Jerry Goldsmith mit seinen Kompositionen für "The Twilight Zone" grandiose Arbeit geleistet. Später unglaublich, als sich Synthi-Klänge bei Fernsehserien mehr und mehr durchgesetzt hatten - vor allem in den üblen 1990ern.

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