Rezension: Fluch der Karibik 4 (inszenierte Lesung)

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Rezension: Fluch der Karibik 4 (inszenierte Lesung)

Beitrag von MonsterAsyl » Di 14.02.2012, 10:46

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Fluch der Karibik 4 (inszenierte Lesung)

Zum Inhalt:
Diesmal ist Captain Jack Sparrow unterwegs, die Quelle der ewigen Jugend zu finden. Damit der Zauber funktioniert, braucht er aber noch zwei silberne Kelche und die Tränen einer Meerjungfrau. Als ob das allein nicht schon schwierig genug wäre, muss er sich einiger Konkurenten erwehren, wie zum Beispiel dem scheinbar geläuterten Hector Barbossa, der im Auftrag des englischen Königs ebenfalls nach der Quelle sucht und dem gefürchteten Pirat Blackbeard samt Tochter Angelica.

Zur Produktion:
Man merkt der vierten Episode schon etwas an, daß sie die erste war, die als Hörbuch veröffentlicht wurde. Anstatt der, bei den anderen drei Folgen üblichen, sechs CDs, ist die Geschichte hier auf gerade mal zwei verteilt, und die akustische Umsetzung läuft dementsprechend nur unwesentlich länger als der eigentliche Film. Darüberhinaus wurde das Hörbuch-Skript auch nicht extra vom Ehepaar Hohlbein verfasst, sondern es handelt sich stattdessen um eine Textvorlage von James Ponti, ins Deutsche übersetzt von Susanne Lück. Auch wenn Frau Lück sicherlich gute Arbeit geleistet hat, ersetzt das keinesfalls die ausgefeilten Beschreibungen, die man als Hörer der Fluch-Reihe von den Hohlbeins gewohnt ist. Die Handlung wird zwar flüssig erzählt und läuft durchaus rasant ab, aber die besondere Atmosphäre, die die Vorgänger so gut einzufangen vermochten, will sich nicht einstellen. Die Geschichte selbst ist weniger spektakulär angelegt als die ersten drei Jack Sparrow-Abenteuer, dafür bekommt man mit Angelica eine neue, interessante Frauenfigur präsentiert, die das Fehlen von Will Turner und Elizabeth Swann auf abwechslungsreiche Weise wettmacht.
Obwohl auch hier die gleichen Macher hinter der Produktion stehen, unterscheidet sich die Inszenierung selbst doch von den übrigen. Oliver Versch ist "nur" als Produzent und Regisseur tätig und überlässt die Musik und das Sounddesign ganz Dominik Kaphanke. Der Gebrauch von Musik erfolgt noch sparsamer als sonst, die verwendeten Geräusche sind weitaus weniger vielfältig und werden für meinen Geschmack zu sporadisch eingesetzt. Es gibt aber auch überaus gelungene Toneffekte, wie beispielsweise der Hall, mit dem die Erzählerstimme beim Rufen in den Palast hinterlegt wurde.
Als "Action Cut" ist das Ganze durchaus in Ordnung, Hörbuch-Fans der ersten drei Teile dürften aber ein bisschen enttäuscht sein.


Zu den Sprechern:
Bei aller Kritik an Skript und Produktion, kann ich den Sprecher Martin Baltscheit auch hier nur loben. Seine Interpretation der einzelnen Personen ist punktgenau und trägt viel dazu bei, die Agierenden vor dem geistigen Auge lebendig werden zu lassen. Insbeonders die Piraten verkörpert Baltscheit mit Gusto und einer hörbaren Liebe zum Genre. Dramatische Momente werden durch lautes, schnelles Sprechen unterstrichen, bei ruhigen Szenen leise, bedächtige Töne angeschlagen.
Sprecher wie er sind es, die das Medium Hörbuch so erfolgreich gemacht haben.


Fazit:
Nicht ganz so gelungene Umsetzung des vierten Teils der Megablockbuster-Reihe Fluch der Karibik.

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