Rezension: Die Elfen - 09 - Tod in der Nachtzinne

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MonsterAsyl
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Rezension: Die Elfen - 09 - Tod in der Nachtzinne

Beitrag von MonsterAsyl » Fr 14.02.2014, 11:59

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Die Elfen - 09 - Tod in der Nachtzinne

Zum Inhalt:
Elfenkönigin Emerelle kann und will einfach nicht glauben, daß ihr Schwertmeister Ollowain bei der großen Schlacht am Mordstein gefallen sein soll. Doch das ist nicht ihre einzige Sorge. Aufgrund der Aufbauarbeiten der Menschen, die von dem Königssohn Ulric geleitet werden, fühlen sich die Trolle bedroht und beschließen, erneut gegen die Menschen zu ziehen. Insbesondere der undurchsichtige Priester Jules, ein Mitglied der Tjured-Bruderschaft, scheint aus ganz eigenen Gründen ein großes Interesse am Fortbestand der Konflikte zu haben.


Zur Produktion:
Obwohl die dramatische "Schlacht am Mordstein"(Folge 8) mit dem mehr als wahrscheinlichen Tod von Ollowain endete, will man als Hörer natürlich wissen, was aus dieser Figur der ersten Stunde geworden ist. Das Schicksal des Schwertmeisters rückt jedoch angesichts der jüngsten Ereignisse zunächst in den Hintergrund, und so stehen diesmal nicht die Elfen, sondern die Menschen im Fokus. Fantasygeschichten sind ja immer dann besonders erfolgreich, wenn sie Bezüge zur Gegenwart des Rezipienten enthalten. Romanautor Bernhard Hennen arbeitet dabei gern mit Parabeln, beispielsweise zum Thema 'Machtmissbrauch' oder 'Religion'. Beide Themen hat auch Skriptautor Dennis Erhardt in sein Drehbuch übernommen, und es ist schon erschreckend, mitzuerleben, wie schnell ein falscher Mythos entstehen kann, der dann auch noch von skrupellosen Menschen ausgenutzt wird.
Zu einem so breit angelegten Fantasyepos gehört natürlich auch eine entsprechende Soundkulisse. Ear2brain productions zieht hier mal wieder alle Register und unterlegt die Handlung mit einem mehr als umfangreichen Klangteppich. Jede einzelne Szene weist eine Vielzahl von Geräuschen auf, die das Geschehen adäquat unterstreichen, ohne dabei zu sehr von den Dialogen abzulenken. Besonders gut hat mir der Ritt auf der Schildechse gefallen, deren schwere, stampfende Schritte sofort den Eindruck eines mächtigen Tieres erwecken. Gleiches gilt für den von Andreas Meyer entworfenen Soundtrack, der neben eher alltäglichen Instrumenten, wie Geige, Flöten und Trommeln, auch ein australisches Didgeridoo enthält. Der jeweiligen Situtaion entsprechend, klingen die Melodien mal fröhlich und heiter, mal düster und bedrohlich.


Zu den Sprechern:
Da auch dieses Mal weit über 20 verschiedene Sprecherinnen und Sprecher zum Einsatz kommen, habe ich auch die Einteilung nach den von ihnen jeweils verkörperten Rassen vom Booklet übernommen.

Menschen:
Der Erstgenannte, Helmut Krauss(Guido), bildet für mich zugleich auch das sprecherische Highlight. Er ist einfach großartig als ehemaliger Priester des Tjurid-Ordens, der von seinem Wissen im wahrsten Sinne des Wortes gepeinigt wird. Ranja Bonalana(Kadlin) macht ebenfalls viel Spaß in ihrem Part als selbstbewusste, junge Frau, die auch vor Männern, wie ihrem "Herausforderer" Patrick Güldenberg(Björn Lambison), nicht zurücksteckt, sondern dem zunächst überheblichen Angeber eine Lektion erteilt. Ebenfalls Hut ab vor Dennis Schmidt-Foß(Ulric), der neben seiner Rolle als sympathischer Königssohn auch öfters als Erzähler tätig wird. Weiterhin wirklich gut fand ich Gerd Rigauer(Bruder Jules) mit seiner intensiven Darstellung des vermeintlich freundlichen Priesters, der seine verschlagene Art nicht ganz verbergen kann. Rigauer erzielt diesen Effekt durch die feine Nuancierung einzelner Wörter, die dem Hörer eindeutig sighnalisieren, wie abgrundtief böse seine Person in Wahrheit ist. Philipp Draeger(Ulric[jung]) überzeugt als verunsicherter Teenager ebenso, wie die ihn ärgernden Freunde Bendix Ingwersen (Eirik[jung]) und Flemming Draeger(Ottar). Hörspielveteran Jürgen Kluckert(Abt Lucien) hat einen wunderbaren Gastauftritt als eindringlicher Ordensvorsteher, der ein furchtbares Geheimnis hütet, und Dirk Hardegen(Lambi) darf den selbstgefälligen Herzog geben, der sein Volk mit Hasstiraden zum Krieg anstachelt. Joey Cordevins(Halgard) relativ kurzer Auftritt reicht völlig aus, um sie als Ulrics Gefährtin zu portraitieren. In weiteren Nebenrollen, die zu kurz ausfielen, um wirklich prägnant sein zu können, sind Martin May(Kalf) als Vater von Kadlin und Steffen Gräbner(Eirik) als der erwachsener Freund Ulrics zu hören.

Trolle:
Ich finde ja, daß Tilo Schmitz(Orgrim) mit seiner einprägsamen Stimme wirklich die Idealbesetzung für den inzwischen eigentlich friedfertigen Trollanführer ist. Ebenso treffend füllt auch Luise Lunow(Skanga) nach wie vor ihre Rolle als fiese, intrigante Hexe mit dem hämischen Lachen aus.

Elfen:
Wie schon erwähnt, übernimmt diesmal Dennis Schmidt-Voß den Großteil der Erzählparts, und so bleibt Helmut Zierl(Meister Alvias/Erzähler) beinahe vollständig auf seine Rolle als Überbringer schlechter Nachrichten reduziert. Daniela Hoffmann(Emerelle) ist gewohnt souverän als die harte Elfenkönigin mit dem weichen Fleck im Herzen, und Alexandra Lange(Alathaia) überzeugt mit strenger Stimme als geheimnisvolle Elfenzauberin. Aufgrund seiner momentanen Lage ist Bernd Rumpfs(Ollowain) Sprechanteil auf gelegentliches Stöhnen reduziert.

Kobolde:
Laura Maire(Ganda) verkörpert die verliebte Lutin, die alles für Ollowain tun würde, und Rasmus Borowski(Elija Glops) ist nach wie vor dabei, seine ganz eigenen Pläne zu verfolgen, auch wenn er sich scheinbar mit Ganda einigt. Für ein wenig Heiterkeit sorgt Thomas Wenke(Nikodemus Glops) als Elijas jüngerer Bruder, während er angeekelt über das Schlachtfeld streift.

Weitere Bewohner von Albenmark:
Ohne eine Rollenzuordung bleiben Wolf Frass, Jürgen Holdorf, Marco Göllner, Matthias Klie und Achim Schülke. Man kann aber davon ausgehen, daß sie ihre Stimmen den Händlern, Soldaten, Bruder Jaques, dem Troll und den beiden pöbelnden Männern geliehen haben. Wie immer ist natürlich auch der ehrenamtliche 15-köpfige Trollchor unter der Regie von Sebastian Breidbach mit dabei.


Fazit:
Nicht ganz so actionlastig wie die letzte Folge, dennoch Top-Unterhaltung.

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