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Von Pettersson und Findus bis hin zu den Drei Fragezeichen - Hier wird das kindliche Ohr gefüttert
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MonsterAsyl
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Grimms Märchen - 21 - Jorinde und Joringel - Strohhalm, Kohle und Bohne - Die beiden Königskinder

Zum Inhalt:
Jorinde und Joringel: Jorinde wird von einer bösen Magierin in eine Nachtigall verzaubert und gefangen gehalten. Wird es ihrem Freund Joringel gelingen, sie zu befreien?
Strohhalm, Kohle und Bohne: Drei sehr unterschiedliche "Wesen" nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand und ziehen in die Welt hinaus. An einem Bach geschieht jedoch ein Unglück...
Die beiden Königskinder: Ein sechzehnjähriger Königssohn gerät in die Fänge von König und Königin Hirsch. Um seine Freiheit wiederzuerlangen und die Hand der jüngsten Königstochter zu gewinnen, soll er zuvor mehrere schier unmögliche Aufgaben erledigen.

Zur Produktion:
Erneut hat das Label Titania Medien drei Erzählungen der Gebrüder Jacob Grimm (1785–1863) und Wilhelm Grimm (1786–1859) zu einem schönen Märchenhörspiel-Paket zusammengestellt. Das erste und letzte Märchen handeln dabei von Liebenden, die Hindernisse überwinden müssen, um zusammenzukommen. Dazwischen gibt es noch eine lustige Geschichte zur Auflockerung. Bei "Jorinde und Joringel" (Kinder- und Hausmärchen, nachfolgend mit KHM abgekürzt, 69) hat Skriptautor Marc Gruppe nur wenige Veränderungen vorgenommen. Der Erzählertext wurde stellenweise in Dialoge umgewandelt, die Sprache behutsam modernisiert und durch beschreibende Adjektive ergänzt. So machte Gruppe beispielsweise aus dem Täubelein ein Täublein und aus "nicht zu Nahe bei" ein "nicht zu Nahe kommen". Die Augen glühen hier "rot", und das Schloßtor wird als "groß" bezeichnet. Darüber hinaus gibt es einige zusätzliche Gespräche, die das Geschehen lebendiger wirken lassen. Abgesehen von einer kleinen Abweichung - Jorinde verwandelt die gefangenen Vögel zurück in Menschen und nicht, wie bei den Grimms, Joringel - kommt lediglich der Schlußsatz "Und so lebten sie glücklich bis an ihr Lebensende." neu hinzu.
"Strohhalm, Kohle und Bohne" (KHM 18) hat Gruppe lediglich mit einigen Dialogen aufgepeppt und ansonsten unverändert übernommen.
"Die beiden Königskinder" (KHM 113) hat die größte sprachliche Umgestaltung erfahren, da der Skriptautor den gesamten Text zum besseren Verständnis vom "Paderbörnischen" ins Hochdeutsche übertragen musste. Neben der Wandlung von Erzählertexten in Dialoge, gibt es nur ein kleines Detail, welches neu hinzugekommen ist: bei Gruppe ist der Vater des Prinzen bereits vor Gram gestorben, als sein Sohn endlich nach Hause zurückkehrt.
Wie immer vergeht die Hör-Zeit wie im Flug, und am Ende fragt man sich, wo die ca. 73 Minuten Laufzeit geblieben sind.
In Szene gesetzt wurde das akustische Vergnügen einmal mehr von Stephan Bosenius und Marc Gruppe, den Labelchefs von Titania Medien. Passend zu den Jahrhunderte alten Erzählungen, kommen hier ausschließlich klassische Instrumente zum Einsatz. Dazu zählen diverse Blas- und Streichinstrumente, aber auch etwas ausgefallenere wie Harfe oder Orgel. "Jorinde und Joringel" wird mit einem Stück aus dem Schwanensee eröffnet. Die nachfolgenden Melodien alternieren zwischen dramatisch und sanft, je nachdem, was die jeweilige Szene erfordert. Interessanterweise kommt auch ein Stück aus dem "Zauberlehrling" zu Gehör, welches dann in abgewandelter Form im dritten Märchen wieder auftaucht. Bei "Strohhalm, Kohle und Bohne", der kürzesten Geschichte, stehen die Blasinstrumente im Vordergrund, und die Musik ist, passend zum Inhalt, eher heiter und leicht gehalten. Einige Stücke fallen allerdings aus dem Rahmen und erinnern in ihrer pompösen Art ein wenig an Marschmusik. Für das umfangreichste Märchen "Die beiden Königskinder" greifen Bosenius und Gruppe musikalisch dann nochmal in die Vollen. Außer Flöte, Geige und anderen Streichinstrumenten, gibt es noch eine (Kirchen-)Orgel, die dazu beiträgt, die Szene, in der sich die beiden Königskinder in Kirche und Pastor verwandeln, besonders adäquat zu unterstreichen. Auch hier wechselt die Dynamik bei den verschiedenen Melodien. Mal klingen sie dramatisch, mal fröhlich, doch auch tragende Weisen sind zu hören. Die Geräuschkulisse finde ich ebenfalls wieder überaus gelungen. Bei "Jorinde und Joringel" rascheln Gräser und Blätter im Wind, die Singvögel zwitschern, die Nachtigallen singen ihr Lied, die Tauben gurren, und ein Greifvogel stößt seinen markanten Schrei aus. Selbstverständlich hört man auch mehrfach Flügelschlagen und das Rascheln von Gefieder. Neben dem beeindruckenden Rumpeln des Schloßtores, ist es vor allem das "Zaubergeräusch", gepaart mit lautem Donnern, welches den dichten Klangteppich abrundet. In "Strohhalm, Kohle und Bohne" hört man, wie die alte Frau ein Streichholz entzündet und das Feuer daraufhin bald prasselt, während draußen ein munter fließender Bach vor sich hin gluckst. Da die letzte Geschichte "Die beiden Königskinder" gleichzeitig auch die längste ist, kommen hier natürlich besonders viele unterschiedliche Töne zum Einsatz. Im Schloß knistert das Kaminfeuer, auf der Jagd ist Hufgetrappel zu vernehmen, und das Hirschkönigspaar klappert mal mit dem Geschirr, mal mit dem Besteck. Wirklich gut gefallen haben mir auch die gläsernen Werkzeuge, die bei der Verwendung klirrend zu Bruch gehen, das realistische Knacken der Nüsse, die hingeworfenen Siebenmeilenstiefel und der langsam mahlende Mühlstein. Auch das Schlagen des zugeknoteten Tuches auf den Boden kann absolut überzeugen. Das Dorf, in dem die Königstocher wartet, ist mit seinen gackernden Hühnern, bellenden Hunden und vorbeiratternden Fuhrwerken ebenfalls gekonnt in Szene gesetzt worden. Wirklich beeindruckt war ich außerdem vom Geräusch des wachsenden Busches, bei dem ich mich wirklich frage, wie es erzeugt wurde.
In jedem der drei Märchen wird auch mindestens ein Effekt eingesetzt. Bei "Jorinde und Joringel" ist es leichter Hall, als Jorinde dem schlafenden Joringel im Traum erscheint, bei "Strohhalm, Kohle und Bohne" der langgezogene, immer leiser werdende Schrei des Strohhalms, als ihn der Bach fortträgt, und bei "Die beiden Königskinder" der entfernt klingende Ruf des Hirschkönigs, um die Distanz zu den Adressaten darzustellen.

Zu den Sprechern:
In allen drei Märchen begleitet Sprecherlegende Bodo Primus den Hörer als Erzähler. Seine etwas raue Stimme, gepaart mit seiner punktgenauen Betonung, ist einfach perfekt für den Part des "Märchenonkels".

Jorinde und Joringel:
Luise Lunow(Zauberin) ist überragend als hämisch lachende Magierin, die aber doch ein wenig Mitleid mit Joringel hat. Als dieser wieder auftaucht, ist sie zunächst wütend, dann mürrisch und schließlich ängstlich, sobald sie merkt, daß sie keine Macht mehr über ihn hat. Die liebliche Stimme von Reinhilt Schneider(Jorinde) passt hervorragend zu ihrer Rolle des träumerischen jungen Mädchens, dessen Erleichterung, als es alles überstanden hat, deutlich zu hören ist. Auch Jesse Grimm(Joringel) als ihr Geliebter, der erst besorgt und dann regelrecht angstvoll über die Veränderung von Jorinde klingt, macht seine Sache ausgezeichnet. Sein Entsetzen und die daraus resultierende Verzweiflung sind so gut gespielt, daß man sich dem als Hörer einfach nicht entziehen kann.

Strohhalm, Kohle und Bohne:
Monika John spricht hier die alte Frau, die schwer atmet und sich über sich selbst amüsiert. Jean Paul Beck(Strohhalm) ist der Inbegriff des Pragmatikers, den ein grausames Schicksal ereilt, Kristine Walther(Bohne) dagegen das unbeschwerte Gemüse, welches lacht, bis es platzt, und Philine Peters-Arnolds(Kohle) agiert als sich vordrängendes Brikettstück, dem auf halbem Weg der Mut ausgeht. Abgerundet wird der Cast durch Bene Gutjan als verwunderter Schneider, der Mitleid mit der Bohne hat.

Die beiden Königskinder:
Uli Krohm(König) überzeugt im Part des würdevollen Monarchen, der seinen Sohn zutiefst liebt und dementsprechend entsetzt über die düstere Prophezeiung seiner Frau ist. Stephanie Kellner(Königin) scheint zunächst ebenfalls besorgt zu sein, zeigt jedoch schon bald ihr hinterlistiges wahres Ich. Sprecherisches Highlight ist für mich aber Tim Kreuer(Königssohn) als entschlossener Prinz, der sich erst verliebt, um dann sein Gedächtnis und damit auch seine Angebetete zu verlieren. Es nimmt einen regelrecht emotional mit, wenn er entmutigt aufstöhnt und in Tränen ausbricht. Axel Lutter(König Hirsch) verkörpert stimmlich großartig den befehlsgewohnten Herrscher, der verblüfft ist, als der Prinz nach und nach jede seiner unmöglichen Forderungen erfüllen kann. Gleiches gilt auch für Claudia Urbschat-Mingues(Königin Hirsch), deren vermeintliche Freundlichkeit den Hörer anfangs in die Irre führt, bevor ihre Boshaftigkeit hervorbricht. Sie spuckt Gift und Galle, als ihr Gemahl nicht so funktioniert, wie sie es erwartet, muss aber schließlich doch wimmernd aufgeben. Mit ihrer angenehmen Stimme stiehlt Marie Bierstedt(jüngste Königstochter) allen anderen die Schau. Ihre liebevolle Art macht es für den Hörer umso schmerzhafter, als sie, vom Schicksal gebeutelt, zu weinen und schluchzen beginnt. In weiteren Nebenrollen treten noch Herma Koehn(älteste Königstochter) und Reinhilt Schneider(mittlere Königstochter) als Prinzessinnen auf, die keinerlei Interesse an dem Prinzen haben und sich weigern, ihm etwas zu Essen zu bringen, sowie Willi Röbke(Anführer der Erdmännlein) als hilfsbereites Oberhaupt der Zwerge. Außerdem sind noch Jean Paul Beck(Müller) als der Königstochter zugewandter Mühlenbetreiber, Fabienne Hesse(königliche Braut) als zickige, geradezu bösartige Verlobte des Königssohns und Bene Gutjan als entschlossener Diener, der sein Herz am rechten Fleck hat, zu hören. In kleinsten Nebenrollen wirken darüber hinaus noch Marc Gruppe(Erdmännlein) als begeisterter Zwerg und Marlene Bosenius(Säugling) als schreiendes Baby mit.

Fazit:
Zeitloser, von Titania Medien erfolgreich gehobener Märchenschatz.

Das Hörspiel Grimms Märchen - 21 - Jorinde und Joringel - Strohhalm, Kohle und Bohne - Die beiden Königskinder
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